Durcheinander

Sich lieben
in einer Zeit
in der Menschen einander töten
mit immer besseren Waffen
und einander verhungern lassen
Und wissen
daß man wenig dagegen tun kann
und versuchen
nicht stumpf zu werden
Und doch
sich lieben

Sich lieben
und einander verhungern lassen
Sich lieben und wissen
daß man wenig dagegen tun kann
Sich lieben
und versuchen nicht stumpf zu werden
Sich lieben
und mit der Zeit
einander töten
Und doch sich lieben
mit immer besseren Waffen
(Erich Fried)

Eigentlich keine Art

Eigenartig
wie das Wort eigenartig
es fast als Fremdartig hinstellt
eine eigene Art zu haben
(Erich Fried)

Verliebte

Mal himmelhochjauchzend,
mal zu Tode betrübt.
Nie lauwarm.
Alles ganz
erlebend und erleidend.
Eben noch
nach den Sternen,
jetzt schon
nach Strohhalmen greifend,
balancieren sie
auf dem hoch gespannten Seil
ihrer Sehnsucht ins Ungewisse.

Niemand balanciert
anmutiger als sie.
Und niemand stürzt tiefer.
(Hans Kruppa)

Liebe läßt sich nicht analysieren.
sie ist das größte Geheimnis überhaupt.
Niemand weiß warum es passiert
oder nicht passiert.
Die Liebe ist eine zufällige Kombination der Elemente.
Eine Winzigkeit mag schon bewirken,
daß sie entflammt wird.
Eine Stimmung,
ein Blick,
eine Bemerkung.
Und könnten wir die Liebe definieren,
sie vorhersagen,
dann würde sie viel von ihrer Macht verlieren
(Neelix)

ich denke,
nur die gefühle und die sterblichkeit
definieren den menschen,
nur ist sterblichkeit das gefühl,
was den menschen am wenigsten berührt -
sein ganzes leben verbringt er damit,
seine gefühle in den griff zu bekommen,
bzw. sie zu verstehen,
gelingen tut es den wenigsten....
somit fragt man sich,
was die rationalität des menschen bringt,
wenn diese nicht
auf die eigenen gefühle anwendbar ist....
(Timo)